Dabei denkt man wohl sofort an das Schneeglöckchen, dessen Blüten in der von den üblichen vier Jahreszeiten abweichenden Phänologie als Anzeiger für den Vorfrühling gilt. Aber nicht nur dieses, sondern auch Winterling, Krokus und Märzenbecher gehören neben einigen anderen Frühblühern zu diesen.
Schneeglöckchen
Das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) wird 10 bis 25 Zentimeter groß. Die Pflanze enthält verschiedene giftige Alkaloide, die Erbrechen, Durchfall und Schweißausbrüche auslösen können. Der grüne Fleck auf den Blütenblättern, das so genannte Saftmal, ist ein Orientierungssignal für Insekten, das diese zu Nektar und Pollen führt. Auch bei der Samenverbreitung arbeitet das Schneeglöckchen mit einem Trick. Die Samen enthalten ein nährstoffreiches Anhängsel, das Ameisen anlockt, so dass sie dann beim Abtransport für die Ausbreitung der Schneeglöckchen sorgen.
Und noch eine Besonderheit zeichnet das Schneeglöckchen aus, es produziert durch einen Prozess namens Thermogenese Wärme in ihrer Zwiebel, und zwar 8 bis 10°C über der Umgebungstemperatur. So lässt es den Schnee schmelzen, um sich so früh den Weg an die Oberfläche zu bahnen, und sorgt auch gleich selbst für seine Bewässerung, da das Schmelzwasser von den Wurzeln aufgenommen wird.
Märzenbecher
Dem Schneeglöckchen recht ähnlich ist der Märzenbecher (Leucojum vernum), beides sind Narzissengewächse. Anders als der Name nahelegt, beginnt der Märzenbecher meist im Februar zu blühen, etwa eine bis zwei Wochen später als das Schneeglöckchen. Die leicht nach Veilchen duftenden Blüten halten bis Anfang April durch. Während das oben beschriebene, gelbgrüne Saftmal beim Schneeglöckchen auf den kurzen inneren Blütenhüllblättern prangt, weisen beim meist von Bienen befruchteten Märzenbecher sämtliche Blütenblätter einen solchen Fleck auf.
Der durchaus intensiv duftende Märzenbecher ist auch unter der Bezeichnung Frühlingsknotenblume bekannt. Dieser Name geht auf den unterständigen Fruchtknoten zurück, der unterhalb der Blütenblätter sitzt. Die Stellung der nickenden Blüte schützt wie beim Schneeglöckchen die inneren Teile vor Nässe und Frost. Die winterharte Zwiebel dient als Speicherorgan für die Nährstoffe, sie sitzt tiefer im Boden als die Zwiebel des Schneeglöckchens. Besonders am Märzenbecher ist, dass der Nektar in der Blüte nicht frei zugänglich ist. Besuchende Insekten müssen den Griffel anbohren, um an das darunter liegende nährstoffreiche Gewebe zu gelangen. Bei diesem Versuch lassen die Staubbeutel den Pollen auf Kopf und Rücken des Besuchers fallen.
Die wie das Schneeglöckchen giftige Pflanze enthält das giftige Alkaloid Leucojin.
Winterling
Der Winterling (Eranthis hyemalis) ist eine in Österreich heimische, frühblühende Staude mit leuchtend gelben Blüten, die oft schon ab Ende Jänner/Anfang Februar unter Laubbäumen im lichten Schatten wächst und Bienen wichtige Nahrung bietet. Er überdauert mit Knollen und zieht nach der Blüte ein; er ist jedoch giftig und sollte nicht verzehrt werden. Ideal ist ein Standort auf nährstoffreichem, durchlässigem Boden unter Gehölzen, wo er sich selbst vermehrt.
Die gelben sternförmigen Blüten der fünf bis 20 Zentimeter niedrigen Pflanze öffnen sich nur bei Sonnenschein bis in den März hinein. In nährstoffreichem, lockerem und durchlässigem Boden halbschattig unter Bäumen oder lichtem Gebüsch gepflanzt, vermehrt sich der aus Südosteuropa stammende Winterling von selbst.
Nach der Blüte sollten Sie, wie bei den Vorgenannten, die Blätter stehen lassen, damit die Knollen Nährstoffe einlagern können. Wenn Sie den Boden umgraben, nimmt Ihnen das der Winterling übel. Wie beim Schneeglöckchen lockt auch der Winterling Ameisen mit nährstoffreichem Samen an. Er gehört aber nicht zu den Narzissen-, sondern zu den Hahnenfußgewächsen. Obwohl sich Winterlinge auch aus Samen ziehen lassen, ist die Kultur recht schwierig, so dass immer noch jedes Jahr Millionen Winterlingknollen aus Wildbeständen des Balkans und der Türkei exportiert werden.
Krokus
An Arten, Sorten und Farben zahlreich ist der Krokus. In Gärten und Parks am stärksten verbreitet sind der Frühlingskrokus Crocus vernus sowie großblütige Zuchthybriden aus dem Balkan-Krokus Crocus flavus und anderen Arten. Bei dem im Mittelmeerraum und in Persien zur Gewürzgewinnung angebauten Safran-Krokus handelt es sich um den im Herbst blühenden Crocus sativus, aus den Blütenfäden der Gartenkrokusse ist das nicht möglich. Es gibt auch bei uns wild wachsende Krokusse, die aber fast ausschließlich auf Anpflanzung in früheren Zeiten zurückzuführen sind.
Besondere Merkmale des Krokus sind seine Stängelknolle (keine echte Zwiebel), die lichtabhängige Blüte (öffnet sich nur bei Sonne) und die auffällige, oft orangefarbene dreiteilige Narbe, die beim Herbstkrokus zur Safran-Gewinnung genutzt wird, Krokusse öffnen ihre Blüten bei Sonnenschein und Wärme weit, schließen sie aber bei Dunkelheit oder Kälte, um den Pollen zu schützen.
Der Krokus war schon in der Antike bekannt und wurde als Heilmittel und Duftstoff genutzt. So wird auch der Safran-Krokus (Crocus sativus) schon seit alters her zur Gewürzherstellung verwendet. Die Giftigkeit der Pflanze ist weitgehend ungefährlich, aber größere Mengen des Safran-Krokusses können Vergiftungserscheinungen hervorrufen.