Jedes Jahr im Mai oder Juni freuen sich viele von uns auf die anstehenden Feiertage, darunter heuer auch das lange Pfingstwochenende. Die freien Tage lassen sich gut für die Arbeit im Garten, einen Kurzurlaub, oder ein Treffen mit Familie oder Freunden nutzen. Gleichzeitig hat Pfingsten für gläubige Christen große Bedeutung, daher zählt der Pfingstmontag zu den gesetzlichen Feiertagen.

Pfingsten im Garten

Pfingsten im Garten ist geprägt von der prachtvollen Blüte der Pfingstrosen (Päonien) und von traditionellem Brauchtum wie dem Schmücken mit Birkenzweigen. Die Zeit eignet sich ideal für eine entspannte Nachmittagsjause im Grünen, das Pflanzen von Stauden, die Pflege blühender Gehölze und das Einbinden von Birkengrün als Symbol für Frühling und Fruchtbarkeit.

Wie der Name schon sagt, liegt die Hauptblütezeit der Pfingstrosen um Pfingsten. Sie mögen nährstoffreichen, lehmigen und durchlässigen Boden, aber keine Staunässe. Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass der Wurzelstock nur etwa drei bis vier Zentimeter unter der Erde liegt, sonst blühen sie nicht optimal.

Das christliche Pfingstfest wird fünfzig Tage nach Ostern (von griechisch πεντηκοστὴ ἡμέρα pentēkostē hēméra, deutsch ‚fünfzigster Tag'; lat. Dominica Pentecostes) gefeiert. Der „Inhalt“ ist die Sendung des Heiligen Geistes zu den Jüngern Jesu und seine bleibende Gegenwart in der Kirche. Pfingsten gilt als der „Geburtstag der Kirche“, die Erzählung dazu ist in der Bibel in der Apostelgeschichte 2 zu finden. Demnach kamen die Jünger Jesu 50 Tage nach dessen Tod am Kreuz zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem zusammen.

Brauchtum in Österreich

Vielfach gilt eine weiße Taube als Symbol für den Heiligen Geist und damit für Pfingsten. In der biblischen Pfingstgeschichte spielen Tauben aber keine Rolle, stattdessen werden Flammen und Feuer erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Bräuche zu Pfingsten entwickelt, viele davon, wie Maibäume oder Pfingstfeuer, haben nur regionale Bedeutung.

Pfingsten in Österreich ist reich an so manchen alten wie seltsamen Traditionen, die oft heidnische Wurzeln mit christlichem Glauben verbinden. Hier sind einige der skurrilsten Bräuche:

Strohpuppen & Bett-Rache: In einigen steirischen Dörfern ist es Brauch, dass ledigen Frauen in der Pfingstnacht Strohpuppen ins Fenster oder aufs Dach gestellt werden. Die betroffenen Frauen rächen sich, indem sie das Bett des Verursachers auf die Straße tragen.

Pfingstnägel & Brennnesseln: Wer zu Pfingsten zu lange schläft, wird als „Pfingstnagel“ bezeichnet. Statt einem netten Blumengruß bekommen Langschläfer manchmal Brennnesseln ins Bett gelegt.

Kranzelreiten (Weitensfeld, Kärnten): Junge Burschen wetteifern um den Kuss einer Jungfrau. Kuriosdabei ist, nur alle 25 Jahre wird eine echte Jungfrau geküsst, die restliche Zeit muss ein Statue dafür herhalten.

Unfugsnacht: In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es mancherorts erlaubt, unbefestigte Gegenstände (Gartentore, Fahrräder, Blumenkisten) zu entwenden und auf dem Dorfplatz zu sammeln.

Pfingstochse: Ein sehr alter Brauch ist es, den Ochsen, der als erstes auf die Weide getrieben wird, festlich mit Blumen und Kränzen zu schmücken.

Birkenzweige als Liebesbeweis: Wie auch in Teilen Deutschlands ist es in Österreich üblich, Häuser mit grünen Birkenzweigen zu schmücken. Ein Maibaum oder Birkenzweig vor dem Fenster gilt als Liebesbeweis, während Sägespäne vor der Tür auf eine heimliche Liebschaft hindeuten.

Kufenstechen (Kärnten): Ebenfalls ein sehr traditioneller, fast ritterlicher Brauch, bei dem junge Männer auf ungesattelten Pferden ein hölzernes Schaff („Kufe“) zerschlagen.

 

Wie auch immer Sie Ihre Pfingstfeiertage verbringen, egal ob weltlich oder gläubig orientiert, zumindest ein wenig in die Thematik hineinversetzt hat Sie damit hoffentlich

Ihr Redakteur!


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