Ohne die aromatische Wurzelknolle geht es nicht mehr. Sie ist inzwischen so beliebt, dass einige Kleingärtner die Knolle im Topf anbauen. Jedoch ist der Anbau gar nicht so einfach, da die Pflanze tropische Bedingungen liebt und kalte Temperaturen oder gar Frost nicht verträgt. Einige Bauern in der Steiermark oder aus dem Burgenland kultivieren Ingwer bereits erfolgreich im Folientunnel. Wer es im eigenen Garten versuchen möchte, sollte aber lieber auf den Japanischen Ingwer zurückgreifen, bei dem die Knospen verwendet werden. Das Gute daran ist, die Pflanze überwintert im Freien und verträgt Temperaturen bis minus 15 Grad Celsius.

 

Ganz schön scharf

Ingwer ist ein sehr altes Gewürz und stammt wahrscheinlich aus Südostasien. Aus der Familie der Ingwergewächse ist er mit Curcuma und Kardamom verwandt, und obwohl er eine tropische bis subtropische Pflanze ist, wird er auch schon in Österreich erfolgreich kultiviert. Verwendet wird der unterirdische Hauptspross, das Ingwer-Rhizom, das sowohl frisch als auch getrocknet in die unterschiedlichen Rezepte passt. Frischer Ingwer schmeckt brennend scharf und leicht zitronenartig, dem getrockneten Pulver fehlt der aromatische Geruch und es schmeckt weniger pfeffrig. In der Küche wird frischer Ingwer meist geschält und danach klein gewürfelt, zusammen mit Chili und Knoblauch wird er nach indischem Vorbild leicht angebraten und danach mit Gemüse oder Fleisch vermischt. Zu scharf angebraten, kann er aber bitter werden. Er harmoniert mit Zwiebel, Knoblauch, Chili, Curcuma, Kokosmilch und Zitrusschale in Currys, Wokgerichten oder Suppen. Er kann auch in süßen Gerichten verwendet werden und passt in den Lebkuchen, ins Gebäck oder ins Chutney. Ingwerfans schwören auf Ingwerbier und kandierten Ingwer oder verwenden die Wurzelknolle nach arabischem Vorbild als Kaffeegewürz. ,

Von Gelb bis lila

Frischer Ingwer wird hauptsächlich aus Peru und China importiert, wobei sich Peru auf den Bio-Anbau spezialisiert hat. Nach der Ernte im Anbauland müssen die Knollen vier bis sechs Wochen, meist unterirdisch, gelagert werden. Erst danach sind sie transportfähig und werden in der Regel verschifft, das dauert nochmals vier Wochen. Wirklich frisch ist Ingwer daher bei uns nicht mehr, er ist aber gut lagerbar. Für uns Europäer ist Ingwer gleich Ingwer, dabei gibt es auch hier unterschiedliche Sorten und das Aroma unterscheidet sich, ob die Rhizome, direkt nach der Ernte verwendet werden oder erst etliche Wochen danach. Wer Ingwer selbst in einem Topf kultiviert oder direkt von einem der wenigen Erzeuger im Osten des Landes kauft, kennt den Unterschied. Spezielle Sorten werden hauptsächlich nach der Region, aus der sie stammen, benannt. So gibt es Ingwer aus Indien, der eher süßlich und zitronig schmeckt, oder aus Thailand, der scharf und pfefferig ist. Ingwer aus Australien dagegen ist die mildeste Sorte, aber sehr fasrig, aus Sri Lanka schmeckt er aromatisch mild. Die gängigsten Sorten kommen aus China und Peru, wobei das südamerikanische Land eher milden, süßen Ingwer erzeugt, die Sorten aus dem asiatischen Land dagegen sind fasriger und schärfer. Doch es gibt weltweit etliche Sorten, die nicht vollständig charakterisiert sind. Manchmal wird er auch nur als grüner, roter oder schwarzer Ingwer bezeichnet. Diese Bezeichnungen gehen meist nach der Farbe im Inneren des Rhizoms. Der rötliche Ingwer stammt aus China und Vietnam, aus Hawaii kommt der „Bubba Blue“, eine bläulich gefärbte Sorte.

Aromatische Knospen des Myoga

Doch alle Sorten haben eines gemeinsam, sie sind nicht frosthart, jedoch ist die Familie der Ingwergewächse groß und so können Liebhaber des Gewürzes in unseren Breiten den Japanischen Ingwer kultivieren. Diese ausdauernde krautige Pflanze stammt aus China, Korea und Japan und kommt mit unserem Klima gut zurecht. Auch als Myoga bezeichnet übersteht die typische Waldpflanze Temperaturen von minus 15 Grad Celsius im Winter und bevorzugt schattigen bis halbschattigen, feuchteren Boden. Geerntet werden aber nicht die Rhizome oder Stängel, sondern die Knospen. Die Pflanze bildet die typischen Ingwerstiele aus, die Knospen wachsen seitlich unterhalb der Stiele direkt aus dem Boden. Fühlt sich die Staude wohl, so kann ein Rhizom bis zu 20 Knospen ausbilden, die vom Spätsommer bis in den Herbst geerntet werden können. Im Winter zieht die Pflanze ein und treibt im Frühjahr verlässlich wieder aus.

In der japanischen Küche ist Myoga beliebt und wird traditionell roh wie ein Küchenkraut in feine Streifen geschnitten und über das Gericht gestreut. Die ganzen Knospen werden aber auch im Tempurateig ausgebacken oder süß-sauer eingelegt. Das Aroma ist einzigartig und mild, es erinnert an Ingwer ohne die intensive Schärfe, aber auch an Koriander oder Orangenschale. Sushi, Frühlingsrollen, Fisch- und Fleisch- oder Wokgerichte werden gerne damit verfeinert.

Von Erkältung bis Kopfschmerz

Nicht nur in der kalten Jahreszeit schwören viele auf Ingwer, denn er kann vorbeugend bei Erkältungen helfen und auch wenn es einen bereits erwischt hat. Die geweihartigen Wurzelstöcke sind inzwischen in fast jedem Supermarkt erhältlich, sodass man sehr leicht auf die Heilpflanze zurückgreifen kann. Jedoch sollte man, vor allem wenn man die korkartige Schale verwenden möchte, auf Bio-Qualität achten. Ingwer kann bei vielen gesundheitlichen Problemen helfen. Verantwortlich dafür sind die zitronenartig riechenden, scharfen ätherischen Öle der Knolle, wie Zingiberen, Zingiberol, Gingerol oder Shogaol. Es ist sehr einfach, Ingwer anzuwenden, denn meist reichen ein paar Scheiben der Wurzel.

Ingwer riecht zitronenartig, leicht scharf und schmeckt würzig scharf. Daher werden auch immer nur kleine Mengen verwendet. Frischer Ingwer wirkt verdauungsfördernd und hilft vor allem bei Übelkeit und Erbrechen. Daher wird er auch gerne bei der Reisekrankheit verwendet. Da helfen verschiedene Präparate aus der Apotheke mit Ingwer. Noch einfacher ist es, bei Übelkeit und Reisekrankheit, einige Stücke kandierten Ingwer zu kauen.

Ingwer wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Er wird daher bei Erkältungen oder entzündlichen Gelenksbeschwerden verwendet, zusätzlich stärkt er das Immunsystem und wirkt – ähnlich wie Aspirin oder Ibuprofen – leicht schmerzstillend.

Myoga Gemüsepfanne mit Fisch

Zutaten für zwei Personen
  • ~ 400g gemischtes Gemüse (wie gelbe Paprika, Zucchini, etc. )
  • 300g festes Fischfilet
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Myoga-Knospen
  • 1 kleines Stück frischen Ingwer
  • Sojasauce
  • Salz und Pfeffer
  • Chili
  • Vanillebasilikum
  • etwas Zitronensaft und Abrieb einer Bio-Zitrone
  • eventuell Misopaste zum Abschmecken
  • Sesamöl und Rapsöl zum Anschwitzen
Zubereitung

Gemüse putzen und in feine Streifen scheiden, Zwiebel, Knoblauch und Ingwer klein würfeln.
Fischfilets trocken tupfen, in große Stücke schneiden.
Fisch leicht salzen und mit etwas Zitronensaft beträufeln.
Wenig Sesam- und Rapsöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Ingwer anbraten.
Die verschiedenen Gemüsesorten je nach Garzeit in die Pfanne geben.
Nun mit Sojasoße, Chili, Pfeffer und wenig Salz würzen.
Die Fischstücke in das Gemüse legen und gar ziehen lassen. Eventuell wenig Wasser dazu geben.
Frische Vanillebasilikumblätter grob zupfen. Myogaknospen putzen, waschen und der Länge nach halbieren.
Die Hälften in Streifen schneiden.
Das Gemüse mit etwas Zitronensaft, Zitronenschale, Sojasauce oder Miso abschmecken und auf Tellern anrichten.
Myogastreifen und Vanillebasilikumblätter darüber verteilen.

Asiatische Gemüsepfanne mit Kohlsprossen

Zutaten für zwei Personen
  • ~ 400g gemischtes Gemüse (wie Lauch, Pastinake, Karotten, Chinakohl, etc. )
  • 200g Kohlsprossen
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Stück frischen Ingwer
  • Sojasauce
  • Salz und Pfeffer
  • Chili
  • Ingwerpulver
  • Kokosnussmilch oder Suppe zum Aufgießen
  • Erdnussöl zum Anbraten
Zubereitung

Gemüse putzen und in feine Streifen oder Würfel scheiden, Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in kleine Würfel schneiden.
Kohlsprossen fünf Minuten in kochendem Salzwasser leicht köcheln lassen, danach abgießen und kalt abschrecken.
Je nach Größe Kohlsprossen halbieren oder vierteln.
Wenig Erdnussöl im Wok erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer anbraten.
Die verschiedenen Gemüsesorten je nach Garzeit in den Wok geben.
Nun mit Sojasoße würzen. Dabei immer gut umrühren.
Mit Chili, Ingwer, Pfeffer und wenig Salz würzen.
Mit Kokosmilch oder etwas Suppe aufgießen und die Zutaten nur wenige Minuten bissfest garen.
Dazu passen Reis oder Woknudeln


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