Die Asiatische Tigermücke ist während der Sommermonate besonders aktiv. Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien bittet deshalb auch die Wiener Kleingärtnerinnen und Kleingärtner um Mithilfe: Durch die regelmäßige Kontrolle und Beseitigung möglicher Brutstätten kann jeder Garten dazu beitragen, ihre weitere Vermehrung und Ausbreitung zu bremsen. Gerade jetzt im Hochsommer ist Aufmerksamkeit gefragt, denn für die Entwicklung der Tigermücke reichen bereits kleinste Mengen stehenden Wassers
Eine invasive Art auf dem Vormarsch
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) stammt ursprünglich aus Südostasien und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten über weite Teile der Welt ausgebreitet. Auch in Österreich wird sie mittlerweile regelmäßig nachgewiesen und ist in einigen Gebieten bereits etabliert.
Die nur wenige Millimeter große Stechmücke ist auffällig schwarz-weiß gezeichnet und vor allem tagsüber aktiv. Die wichtigsten Erkennungsmerkmale sind in der Infobox zusammengefasst.
Tigermücke erkennen
- Größe: nur wenige Millimeter
- Färbung: auffällig schwarz-weiß
- Beine: weiß gestreift
- Rücken: markante weiße Längslinie
- Aktivität: vor allem tagsüber
Verdächtigen Fund fotografieren und über die kostenlose App „Mosquito Alert“ melden.
Warum ist die Tigermücke problematisch?
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Tigermücke, weil sie verschiedene Krankheitserreger übertragen kann. Dazu gehören unter anderem Viren, die Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Erkrankungen verursachen können. Das bedeutet nicht, dass jede Tigermücke diese Erreger in sich trägt. Voraussetzung für eine Übertragung ist, dass eine Mücke zuvor einen infizierten Menschen gestochen und den Erreger aufgenommen hat.
Mit der weiteren Ausbreitung der Tigermücke steigt jedoch grundsätzlich die Möglichkeit, dass eingeschleppte Krankheitserreger unter geeigneten Bedingungen auch lokal weitergegeben werden können. Die Beobachtung ihrer Verbreitung und die Begrenzung größerer Populationen sind daher wichtige Vorsorgemaßnahmen.
Kleine Wasserstellen werden zu Brutstätten
Die Tigermücke benötigt keine großen Gewässer. Besonders attraktiv sind kleine, künstliche Wasseransammlungen, wie sie in Gärten häufig vorkommen. Bereits geringe Wassermengen können für die Entwicklung der Larven ausreichen.
Pflanzenuntersetzer, Gießkannen, Kübel, Regentonnen, verstopfte Dachrinnen, Spielzeug, Planen oder mit Wasser gefüllte Hohlräume können unbemerkt zu Brutstätten werden. Die Weibchen legen ihre Eier knapp oberhalb der Wasserlinie an den Wänden solcher Behälter ab. Steigt der Wasserspiegel später wieder an, können die Larven schlüpfen.
Genau hier können Kleingärtner besonders wirksam ansetzen. Wer mögliche Brutstätten beseitigt, verhindert, dass sich aus den Eiern neue Tigermücken entwickeln.
Einmal pro Woche kontrollieren
Während der warmen Jahreszeit sollten mögliche Wasserstellen im Garten mindestens einmal pro Woche kontrolliert werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind im Tigermücken-Check zusammengefasst. Gerade im August können wenige Minuten pro Woche dazu beitragen, die Zahl geeigneter Brutstätten deutlich zu reduzieren.
Tigermücken-Check im Kleingarten
• 1× pro Woche: Pflanzenuntersetzer, Vogeltränken und kleine Behälter entleeren und reinigen.
• Umdrehen: Gießkannen, Kübel und leere Gefäße trocken bzw. umgedreht lagern.
• Abdecken: Regentonnen dicht verschließen oder mit feinmaschigem Insektenschutzgitter sichern.
• Frei halten: Dachrinnen kontrollieren und Wasserstau vermeiden.
• Kontrollieren: Zaunrohre, Schirmständer, Planen, Spielzeug und andere Hohlräume nach Regen prüfen.
• Im Herbst: Gefäße gründlich auswischen und trocken einwintern.
Wenige Minuten pro Woche helfen, Brutstätten zu vermeiden.
Auch an den Herbst denken
Mit sinkenden Temperaturen endet die Vorsorge nicht. Die Eier der Tigermücke sind widerstandsfähig und können längere Trockenperioden überstehen. Sie haften häufig an den Innenwänden jener Gefäße, in denen zuvor Wasser gestanden hat.
Vor dem Einwintern sollten solche Behälter deshalb nicht nur entleert, sondern gründlich ausgewischt und anschließend trocken gelagert werden. Damit lässt sich verhindern, dass anhaftende Eier unbemerkt über den Winter erhalten bleiben und im folgenden Jahr die nächste Generation hervorbringen.
Beobachten und melden
Wer eine verdächtige Tigermücke entdeckt, kann den Fund fotografieren und über die kostenlose App Mosquito Alert melden. Solche Meldungen unterstützen das Monitoring und helfen dabei, die weitere Ausbreitung zu beobachten.
Jeder Garten zählt
Die Asiatische Tigermücke macht nicht an Grundstücks- oder Vereinsgrenzen halt. Einzelne unbeachtete Wasserstellen können ausreichen, um neue Brutstätten entstehen zu lassen. Umso wirkungsvoller ist es, wenn möglichst viele Gartenbesitzer regelmäßig kontrollieren und vermeidbare Wasseransammlungen beseitigen.
Brutstätten vermeiden, Wasserstellen einmal pro Woche kontrollieren und im Herbst mögliche Eiablagen entfernen – mit diesen einfachen Maßnahmen können Kleingärtner einen konkreten Beitrag dazu leisten, die weitere Ausbreitung der Tigermücke zu bremsen.
Weitere Informationen
Infoblatt für Vereine
Download zum Aushängen und Verteilen in den Vereinen
Informationen und Download der Mosquito Alert-App
Im Citizen Science Projekt Mosquito Alert werden Meldungen aus der Bevölkerung zu gebietsfremden Stechmückenarten erfasst.
https://www.ages.at/forschung/projekt-highlights/mosquito-alert (AGES)
Informationsblatt der Stadt Wien MA15
https://www.wien.gv.at/pdf/ma15/infoblatt-asiatische-tigermuecke.pdf
Stadt Wien Podcast
Gesundheitsdiensttag - Tigermücke: Prävention, Risikoaufklärung und praktische Tipps