Um Schmetterlinge in den Garten zu locken, ist eine Kombination aus nektarreichen Futterpflanzen für die Falter und spezifischen Wirtspflanzen für deren Raupen wichtig. Ein schmetterlingsfreundlicher Garten bietet zudem Schutzräume für die Überwinterung und Trinkmöglichkeiten.

Das Büfett für Falter

Erwachsene Schmetterlinge benötigen zuckerhaltigen Nektar als Energiequelle. Achten Sie also auf ungefüllte Blüten, da gezüchtete Sorten mit gefüllten Blüten oft kaum Nektar produzieren.

Für viele Gärtnerinnen und Gärtner gilt der Sommerflieder (Buddleja) als Klassiker, er ist ein wahrer „Schmetterlingsmagnet“.  Allerdings wird Sommerflieder (Buddleja davidii) als invasive Pflanze kritisiert, da sie sich stark ausbreitet, einheimische Arten verdrängt und die Biodiversität gefährdet. In der Schweiz ist er wegen seiner invasiven Eigenschaften auf der „Schwarzen Liste“ und verboten. Er bildet Millionen Samen, besiedelt als Pionierpflanze schnell ungestörte Lebensräume wie Bahndämme oder Flussufer und verändert die Vegetationsstruktur. Dazu kommt sein geringer ökologischer Wert für Larven, denn er ist für die Entwicklung der Raupen einheimischer Schmetterlingsarten weitgehend nutzlos, da diese den Strauch nicht als Futterpflanze nutzen.

Das ist bei blühenden Kräutern nicht der Fall. Vor allem blühende Küchenkräuter wie Thymian, Salbei, Majoran und Dill sind bei den Faltern äußerst beliebt. Und, natürlich, sind auch Blumen wie Phlox, Fetthenne (Sedum), Sonnenblumen, Herbstastern und Kugeldisteln äußerst beliebt, vor allem bieten sie über das ganze Jahr hinweg Nahrung.

Eine naturbelassene Wildblumenwiese mit heimischen Arten wie der Kartäusernelke oder dem Kriechenden Günsel wäre die effektivste Methode. Aber wer hat schon den Platz – und vor allem den Mut und die Ausdauer – sich eine Wiese mit Margeriten, Wiesensalbei, Wilden Karotten, Schlüsselblumen, Wiesenschaumkraut oder Echtem Labkraut, Wilden Malven, sowie der Gewöhnlichen Schafgarbe und anderen mehr anzutun.

Wie schon erwähnt, benötigen Schmetterlinge reichlich „Flugbenzin“ in Form von Nektar, den finden Sie aber in den modernen gefüllten und für unser Auge schönen Hybridpflanzen oft selten. Daher also auf ungefüllte Sorten zurückgreifen. So ist es der beliebte Lavendel, ein Klassiker für sonnige Standorte im Garten oder auf dem Balkon, der besonders viele Tagfalter anzieht.

Und dann sind da noch jede Menge Stauden zu nennen: Bartblume, Blaukissen und Brombeeren, Herbstastern, Hornklee, das Geißblatt (Jelängerjelieber), der Judastaler und die Kapuzinerkresse, Natternkopf, die Prachtscharte, das Steinkraut und die Taubenskabiose sowie das Veilchen und Zinnien. Sie alle sorgen für einen gedeckten Tisch vom Sommer bis in den Herbst.

Kinderstube für Raupen

Wir wissen, ohne Raupen gibt es keine Schmetterlinge. Und da viele Raupenarten sehr wählerisch sind, sollten im Garten mauch gezielt Futterpflanzen für den Nachwuchs stehen.

So sind Brennnesseln unverzichtbar für die Raupen von Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und Admiral. Die Raupe des prächtigen Schwalbenschwanzes frisst bevorzugt an Wilder Karotte, an Dill oder Fenchel. Und heimische Gehölze wie Weißdorn, Salweide oder Haselnuss dienen als Nahrungsquelle und Verpuppungsort. Die Raupen des Brombeer Zipfelfalters, oft auch grüner Zipfelfalter genannt, etwa mögen Besenheide, Heidelbeere, Färberginster und Fingerkräuter wie Blutwurz oder Gänsefingerkraut. Die ausgewachsenen Falter nähren sich an den Blüten von Klee, Weißdorn, Hartriegel und Hahnenfuß.Generell sind Brombeersträucher bei Schmetterlingen sehr beliebt, 77 verschiedenen Arten dienen sie als Raupenfutter aber auch als Nektarpflanze während der Blüte. Nacht- und Tagfalter wie Messingeule, Perlgrasfalter, Kleiner Fuchs, Großer Perlmuttfalter und Apollofalter lieben Brombeerblüten.

Tipps zur Gartengestaltung

Da wäre als erstes eine „unordentliche“ Ecke mit einem Laub- und Reisighaufen zu nennen. Das dient vielen Arten als wichtiger Unterschlupf für den Winter.

Sonnige Plätze hat wohl jeder im Garten, Schmetterlinge sind wechselwarm und benötigen sonnige, windgeschützte Plätze, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Und dann sollten Sie in heißen Sommern flache Schalen mit Wasser und Steinen (als Landeplatz) oder feuchte bis nasse Erdstellen zur Labung anbieten. Sie können es auch einmal mit einem Schmetterlingscocktail versuchen. Falter lassen sich mit einem Gemisch aus Zuckerwasser oder Honig und überreifen Früchten anlocken – allerdings schmeckt das auch Wespen und Bienen.

Ein wesentlicher Punkt ist ein pestizidfreier Garten. Verzichten Sie komplett auf chemische Spritzmittel, da diese für Raupen und Falter gleichermaßen tödlich sind.

 

Vielleicht wollen Sie ein wenig mithelfen einigen der schon auf der Roten Liste stehenden Arten ein Überleben auch in Ihrem Garten zu sichern und damit einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten,
hofft Ihr Redakteur.


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